logo_grau80__2_

Der neue Berufsverband für selbständige LogopädInnen

Logo-deutschland_Mitgliedsmarke2Seit dem 29.November 2014 gibt es eine neue berufspolitische Vertretung für selbständige LogopädInnen und SprachtherapeutInnen, die sich zum Ziel gesetzt hat, insbesondere die wirtschaftliche Situation unserer Berufsgruppe zu verbessern.

Die wenigsten Praxen können heute noch wirtschaftlich betrieben werden, denn in den letzten zehn Jahren mussten wir einen Reallohnverlust von ca. 30% hinnehmen. Honorarerhöhungen im Cent-Bereich stehen enorme Kostensteigerungen beispielsweise im Bereich Heiz-und Energiekosten gegenüber. Die Beihilfe-Sätze für Heilmittel sind seit über zehn Jahren gar nicht erhöht oder auch nur angepasst worden.

Seit einigen Jahren sind Heilmittel budgetiert: Ihr Arzt darf gesetzlich Versicherten nur für eine bestimmte Summe pro Quartal Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Podologie verordnen. Überschreitet er diesen Wert, gerät er in Gefahr, zu viel verordnete Heilmittel aus eigener Tasche bezahlen zu müssen. Er wird in Regress genommen. Viele Ärzte stellen deshalb nur sehr vorsichtig Rezepte aus. Am Ende eines Jahres wird dann aus den insgesamt verordneten Leistungen ein Durchschnittswert berechnet, der als neues Budget zur Verfügung steht. Dies führt dazu, dass das Budget langfristig schrumpft. Hier wird auf Kosten der Patienten gespart, denn es wird nicht nach medizinischer Notwendigkeit, sondern nach Budget verordnet.

Therapeuten erbringen eine Vielzahl von Leistungen unbezahlt. Dazu gehören das Schreiben von Berichten, der Besuch von Fortbildungen, zu deren regelmäßiger Teilnahme wir durch die Kassen verpflichtet sind, Gespräche mit Ärzten, anderen Therapeuten, Erziehern, Pflegern und Angehörigen von Patienten, Beratungsgespräche, Prüfpflicht und Änderung falsch ausgestellter Verordnungen.

Eine 45-minütige logopädische Therapie mit ca. 10 Minuten Vor-und Nachbereitungszeit, also knapp eine Stunde Arbeit, wird in Baden-Württemberg mit durchschnittlich ca. 35 Euro von den gesetzlichen Kassen vergütet. Davon müssen alle anfallenden Kosten bestritten werden: für Praxismiete, Heizkosten, Strom, Telefon, Raumpflege, Mobiliar, Therapiematerial, Fachliteratur, technische Geräte (Computer, Kopierer etc.), Software zur Patientenverwaltung und Abrechnung, Berufshaftpflichtversicherung, Inventarversicherung, Auto für Hausbesuche inkl. Sprit + Kfz-Versicherung + Kfz-Steuer, Rundfunkgebühren, Steuern, Lohnkosten, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Steuerberater… was übrig bleibt, muss für den eigenen Lebensunterhalt reichen.

Fachschüler in Ausbildung zahlen durchschnittlich rund 400 Euro monatlich während ihrer dreijährigen Ausbildung zum staatlich anerkannten Logopäden. Viele von Ihnen starten mit einem ordentlichen Schuldenberg in ihr Berufsleben und haben bei dem sehr geringen Verdienst, den aufgrund der niedrigen Honorare auch angestellte Logopäden erhalten, kaum Aussicht, diesen zügig abzubauen.

Angestellte Logopäden in Praxen können von den Praxisinhabern sehr oft nicht angemessen bezahlt werden, denn die von den Krankenkassen gezahlten Sätze lassen dies schlicht nicht zu. Kaum ein Praxisinhaber hat Rücklagen, viele leben von Abrechnung zu Abrechnung. Ferienzeiten und Grippewellen können eine Praxis ganz schnell an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen.

Die Logopädie war und ist immer noch ein Beruf, der zu 90% von Frauen ausgeübt wird. Ich bin sicher, auch dies ist ein Grund für die schlechte Bezahlung.

Ich bin Gründungsmitglied und war bis zum März 2017 Teil des Vorstandes von LOGO Deutschland, damit wir endlich angemessen gut verdienen für die unverzichtbare Arbeit, die wir für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen jeden Alters tagtäglich leisten!

www.logo-deutschland.de